Spiele der SASI-Fußball-EM 1932/33

 

Turnier-Reglement

 

Von September 1932 bis Frühjahr 1934 sollten die drei Vorgruppen-Meister durch Hin- und Rückspiele jeder gegen jeden ermittelt werden. Danach sollte bis Ende 1934 eine Endrunde mit Hin- und Rückspielen zur Kür des Europameisters abhalten. Innerhalb dieses Zeitplans konnten die Verbände die Austragungsorte und Spieltermine selber festlegen. 

Entscheidend für die Plazierungen war nur die Punktezahl (2 für Sieg, 1 für Remis) und nicht in zweiter Instanz das Torverhältnis. Punktgleichheit an der Gruppenspitze bedeutete Entscheidungsspiele mit Hin- und Rückpartie.

Mit Ausnahme des Torwarts durften verletzte Spieler während eines Spiels nicht ersetzt werden. 

 

Gruppenspiele der Mitteleuropäische Gruppe

  • Sonntag, 25. 9. 1932: Deutschland – Österreich 0:1 (0:1), Ilgen-Kampfbahn Dresden, 28.000 Zuschauer, nach anderen Quellen „über 30.000 im polizeilich gesperrten Stadion", Schiedsrichter: Eugene van Tourhout, Belgien
  • Sonntag, 9. 10. 1932: ČSR (ATUS) – Deutschland 0:4 (0:1), Stadion Aussig (heute Ústí nad Labem/Tschechien), 6.000 Zuschauer, Schiedsrichter: Zuckermann, Wien 
  • Montag, 26. 12. 1932: Deutschland – Polen 4:1 (1:1), VfL-Stadion Leipzig-Stötteritz, 16.000 Zuschauer, Schiedsrichter: Franz Repa, Teplitz (Tschechoslowakei)
  • Freitag, 6. 1. 1933: Österreich – Ungarn 4:4 (3:2), Volkertplatz Wien, 8000 Zuschauer, Schiedsrichter: Franz Repa, Teplitz (Tschechoslowakei)
  • Sonntag, 8. 1. 1933: Ungarn – Österreich 1:3 (0:1) in Wien, Platz des Favoritener AC, 12.000 Zuschauer, Schiedsrichter: Willy Hammer, München (Das Horty-Regime ließ keine Arbeiterländerspiele in Ungarn zu, daher die Austragung in Wien.)
  • Sonntag, 16. 4. 1933: Polen – Tschechoslowakei 1:1 (1:1) in Sosnowiec, 6000 Zuschauer, Schiedsrichter: Györffy, Budapest
  • Sonntag, 30. 4. 1933: Tschechoslowakei – Österreich 2:6 (1:4) in Karlsbad (Karlovy Vary/Tschechien), 8000 Zuschauer
  • Montag, 1. Mai 1933: Österreich – Tschechoslowakei 3:4 (3:1) in Bodenbach (heute Ortsteil von Děčín/Tschechien), 4500 Zuschauer
  • Montag, 29. 5. 1933: Österreich – Polen 6:1 (3:0), Volkertplatz Wien, 8000 Zuschauer, Schiedsrichter: Joszi Fisch, Budapest
  • Sonntag, 9. 7. 1933 Tschechoslowakei – Polen; Absage, da Polen keine Ausreisegenehmigung erhielt, vorgesehener Spielort war Aussig, der Termin wurde auf später verschoben.
  • Samstag, 26. 8. 1933: Polen – Österreich 1:4 (1:1) in Warschau, 10.000 Zuschauer
  • Samstag, 28. 10. 1933; Tschechoslowakei – Ungarn 2:0 (1:0), Stadion Aussig, 6000 Zuschauer, Schiedsrichter: Lehmann, Wien
  • Sonntag, 29. 10. 1933: Ungarn – Tschechoslowakei 0:1 (0:1) in Komotau (Chomutov/Tschechien); in der 65. Minute Abbruch wegen strömendem Regen auf Wunsch der Ungarn

 

Die Tschechoslowakei hätte mit einem Sieg im Nachholespiel gegen Polen Tabellenführer Österreich nach Punkten eingeholt. Die damit nach Reglement bei Punktgleichheit erforderlichen Entscheidungsspiele wären auf die Weihnachtszeit terminiert worden. Offenbar fand das Spiel gegen Polen aber nicht mehr statt.

Der ATSB-Auswahl war die Teilnahme ab 1933 durch das Verbot des Arbeitersports nicht mehr möglich. Das selbe widerfuhr dem österreichischen Arbeitersport nach dem dortigen Bürgerkrieg im Februar 1934.

 

Tabelle Mitteleuropäische Gruppe, Stand Ende 1933 

Platz Land Spiele Punkte Tore
1 Österreich 6 9:3 28:13
2 ČSR 5 7:3

10:14

3 Polen 4 1:7 4:15
4 Ungarn 4 1:7 5:11

außer der Wertung: Deutschland, 3 Spiele, 4:2 Punkte, 8:2 Tore

 

Gruppenspiele der Westeuropäischen Gruppe

  • Sonntag, 25. 12. 1932: Belgien – Niederlande 3:2 (2:2) in Lokeren, 1500 Zuschauer, Schiedsrichter: Renier, Frankreich
  • Sonntag, 16. 4. 1933: Frankreich – Belgien 0:4 in Paris
  • Sonntag, 7. 5. 1933: Frankreich – Schweiz 4:3 (2:2) in Paris
  • Sonntag, 11. 6. 1933: Belgien – Schweiz 4:3 in Guebwiller/Elsass, 5000 Zuschauer
  • Sonntag, 11. 6. 1933: Niederlande – Frankreich 6:1 in Almelo, 20.000 Zuschauer anlässlich des dortigen Arbeiter-Turn- und Sportfestes
  • Freitag, 14. 7. 1933: Holland – Belgien 1:2 (0:1) in Rotterdam, 4000 Zuschauer
  • Sonntag, 25. 12. 1933: Belgien – Frankreich 5:1 (3:1) in Mouscron bei Lüttich, Schiedsrichter: Nobels, Belgien

 

Favorit Belgien stand trotz des noch ausstehenden Auswärtsspiels gegen die Schweiz unangefochten als Gruppensieger fest. Angesichts der nationalsozialistischen Bedrohung vereinbarten die Arbeiter-Sportverbände Belgiens, Frankreichs und der Niederlande am 3. Oktober 1933 unter schriftlicher Zustimmung der Schweiz die Bildung einer Arbeitsfront Westeuopa. 

 

Tabelle Westeuropäische Gruppe, Stand Ende 1933

Platz Land Spiele Punkte Tore
1 Belgien 5 10:0 17:6
2 Niederlande 3 2:4

9:6

3 Frankreich 4 2:6 6:18
4 Schweiz 2 0:4 5:7

 

Gruppenspiele der Nordeuropäischen Gruppe

  • Sonntag, 25. 6. 1933: Finnland – Lettland 0:3 (0:1) in Helsinki
  • Samstag, 9. 7. 1933: Lettland – Estland 1:1 (1:1) in Riga
  • Sonntag, 10. 7. 1933: Dänemark – Norwegen 4:2 (2:1) in Kopenhagen, 8000 Zuschauer
  • Sonntag, 27. 8. 1933: Lettland – Finnland 0:2 (0:0) in Helsinki
  • Samstag, 4: 11. 1933: Norwegen – Finnland 6:1 in Oslo

 

Durch Terminschwierigkeiten und die Witterungsverhältnisse in den nordischen Ländern begannen die Spiele nicht wie vorgesehen im Mai, sondern erst Ende Juni 1933. Aus Zeitdruck wurden zwei Untergruppen gebildet (Dänemark, Norwegen, Schweden sowie Finnland, Lettland, Estland), deren Teilnehmer aber in eine Tabelle gerechnet. 

Da dem lettische Arbeitersport seit Anfang August 1933 ein Verbot drohnte, führten die Letten ihr Heimspiel gegen Finnland in Helsinki durch.

Am 16. Juli 1933 vereinbarten die Arbeitersport-Verbände von Dänemark, Norwegen und Schweden in Kopenhagen die Bildung einer skandinavischen Arbeitsgemeinschaft, die zukünftig gemeinsame Meisterschaften, auch im Fußball, durchführen sollte.

 

Tabelle Nordeuropäische Gruppe, Stand Ende 1933

Platz Land Spiele Punkte Tore
1 Dänemark 1 2:0 4:2
2 Lettland 3 3:3

4:3

3 Norwegen 2 2:2 8:5
4 Estland 1 1:1 1:1
5 Finnland 3 2:4 3:9
6 Schweden 0 0:0 0:0

 

Rolf Frommhagen/Eike Stiller

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© Christian Wolter