Karikaturen von Georg Kretzschmar

 

Der prägende Grafiker der deutschen Arbeitersport-Presse war der Leipziger Georg Kretzschmar. Der Sohn eines Maschinenmeisters absolvierte von 1903 bis 1907 eine Lehre zum Lithografen und machte sich danach selbständig. Nach vierjährigem Kriegsdienst arbeitete Kretzschmar v.a. als Pressezeichner für die sächsischen Zeitungen der SPD, deren Mitglied er seit 1910 war.

Daneben bediente er den Arbeiter-Turn-Verlag, die "Freie Sport-Woche" und den "Fußball-Stürmer". Vieles wurde von regionalen ATSB-Blättern übernommen, einiges zeichnete er für diese auch exklusiv, wie die folgenden Karikaturen für den in Dresden erschienenen "Sachsen-Fußball" und den Magdeburger "Volksport":

 

 

"Nach der Pause nahmen die Gäste das Heft in die Hand" (7. Januar 1929)

 

 

Plötzlich drehten sie den Spieß um und bestürmten das feindliche Tor." (14. Januar 1929)

 

 

"Wie aus dem Rohre geschossen, prasselte der Ball ins Netz" (21. Januar 1929)

 

 

"Sich überstürzend spielten sie ein flaches, flüssiges Spiel" (4. Februar 1929)

 

 

"Um den Sieg zu erringen, schleppten die Rotweißen alle alten und neuen Kanonen heran" (11. Februar 1929)

 

 

"Der Mittelstürmer drehte zum Schluß mächtig auf" (11. März 1929)

 

 

"Der Torwart hält sein Heiligtum sauber" (25. März 1929)

 

 

"Das möchte nicht oft passieren Das letzte Serienspiel des M.B.K. war ein schwarzer Punkt in seiner Siegeslaufbahn" (1. April 1929)

 

 

"Entschlossen warf der Mittelläufer immer wieder seinen Sturm nach vorn" (31. Mai 1929)

 

 

"Die Stürmer zogen das Leder kunstgerecht vor das Tor" (7. Juni 1929)

 

 

Brautersatz: "Komm an mein Herz" (10. Juni 1929)

 

 

"Der zerstreute Mittelstürmer" (5. Juli 1929)

 

 

"Mit allen Regeln der Kunst steuerten sie das Leder in des Gegners Hälfte" (8. Juli 1929)

 

 

 

Aus einem Spielbericht "Himmelhoch jauchzte der Ball" (19. August 1929)

 

 

"Es hängt ein Tor in der Luft..." (19. August 1929)

 

 

Und schließlich noch eine Zeichnung aus dem Magdeburger "Volkssport" von 1929: "Die Freien Turner aus Aschersleben, die schon siebenmal Bezirksmeister waren und noch nie die Kreismeisterschaft erringen konnten, haben sich zum Serienbeginn eine neue Kombinationsmaschine zugelegt, mit der sie dieses Jahr bestimmt die Kreismeisterschaft holen werden und darüber hinaus noch mitteldeutscher und Bundesmeister werden wollen."

 

Soweit ein paar von Georg Kretzschmars unpolitischen Arbeiten. 1933 gaben ihm die neuen Machthaber ein vorläufiges Berufsverbot. Im Zweiten Weltkrieg musste er erneut dienen, geriet aber in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 heimkehrte. Kretzschmar trat nun in die SED ein und arbeitete weiter als freischaffender Künstler.

1953 waren Gemälde von ihm im Stil des sozialistischen Realismus auf der 3. Kunstausstellung der DDR in Dresden zu sehen. 1959 vertrat Kretzschmar die DDR bei der Internationalen Kunstausstellung der sozialistischen Länder in Moskau. Dazu hatte er einige Einzelausstellungen in der DDR, arbeitete weiter als Pressezeichner, illustrierte Schul- und Kinderbücher und lehrte an der Volkshochschule.

Am 28. Mai 1970 verstarb Georg Kretzschmar 81jährig in seiner Heimatstadt Leipzig. 

 

 

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© Christian Wolter

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