Erster ATSB-Bundesmeister 

Der Turn- und Sportverein 1895 Fürth

 

Eine achtbare Runde: Elf attraktive, gut gekleidete, frisch frisierte junge Herren. Mit Pokalen und Kränzen in gediegenem Ambiente. Eines Deutschen Meisters würdig. Doch man muss schon mit der Lupe die Widmungen auf den Kranzschleifen entziffern, um zu erkennen, dass es sich bei dieser Mannschaft nicht um den Stolz eines Lackschuh-Vereins handelt. Sondern um den ersten deutschen Arbeiter-Fußballmeister! Den TSV Fürth, dessen epochaler Triumph sich am 11. Juli 2020 zum hundersten Mal jährte.

 

 

Mitglieder-Bestände

 

Zur Vorgeschichte: Pfingsten 1919 trat der Arbeiter-Turnerbund im Leipziger Volkshaus zu seinem 12. Bundestag zusammen. Die Delegierten beschlossen die Umbenennung ihres Verbandes in Arbeiter-Turn- und Sportbund. Und sie legten fest, ab der kommenden Saison alljährlich ihren Arbeiter-Fußballmeister zu ermitteln.

Bis Ende 1919 kletterte der ATSB-Mitgliederstand auf beachtliche 342.798 Getreue in 3.081 Vereinen. Davon 26.053 Fußballer, doch diese Zahl verdoppelte sich in den nächsten 12 Monaten und pegelte sich letzlich auf über 100.000 ein. Der Anteil der Fußballer blieb im Turner-dominierten ATSB aber bei etwa 20 Prozent. 

Der große Konkurrent DFB wusste 1920 bereits 467.962 Mitglieder in 3087 Vereinen hinter sich. Wobei es dort einen höheren Prozentsatz Passiver (Senioren, Mäzene, Fans) gab als im ATSB. Und zu den Aktiven zählten auch Nicht-Fußballer in den Nebensparten von DFB-Vereinen.

Größter deutscher Sportverband war 1920 die Deutsche Turnerschaft mit 1.250.000 Mitgliedern. Der DFB knackte die Millionen-Grenze erst 1931, als die Deutsche Turnerschaft bereits einen Stand von 1.600.000 aufwies. Damals umfasste aber auch die gesamte Arbeitersport-Bewegung etwa 1,5 Millionen Mitglieder, stellte also ebenfalls eine sportliche Großmacht dar.1

 

Süddeutsche Verbandsmeisterschaft, 2. Mai 1920, TSV Fürth gegen München-Gern (2:0): "Der Torwächter von München unterbricht einen Durchbruch des Fürther Mittelstürmers. Der Verteidiger, im Tor stehend, den Ball zur Mitte befördernd."

 

Meisterschaftsmodus operandi

 

Nicht nur beim solchen Zahlenvergleichen schielte der ATSB zum bürgerlichen Ufer. Der DFB lieferte auch das Grundmuster für die Arbeiter-Fußballmeisterschaft. Denn es gab ja noch keine Bundesliga, die unter damaligen Bedingungen auch kaum zu praktizieren gewesen wäre.

Das DFB-Gebiet war auf sieben Regionalverbände unterteilt, und deren Refugien in dutzende Unterbezirke bzw. Gaue, die jeweils ihre Meister ermittelten. Also strukturierte sich der Punktspielbetrieb sehr kleinteilig, wodurch es in den 1920er Jahren über 700 erstklassige DFB-Vereine zeitgleich gab.

Und je höher die Bevölkerungsdichte in einem Spielbezirk lag, desto kleiner war dessen Fläche. Die Pflichtgegner der Großstadt-Vereine kamen also vor allem aus der selben Stadt, so dass deren Meisterschaften fast nur Derbys beinhaltete, was dem damaligen Punktspiel-Alltag natürlich einen ganz besonderen Reiz verlieh.

Alle Gaumeister eines Regionalverbandes trugen dann die Meisterschaft ihres Regionalverbandes aus. Diese sieben Verbandsmeister und der amtierende DFB-Meister schritten schließlich zur Endrunde um die DFB-Meisterschaft, welche im Endkampf der zwei Finalisten gipfelte.

Der ATSB untergliederte seine Verwaltung und damit auch den Spielbetrieb in Kreise und Bezirke. 1920 existierten 15 Kreise mit etwa 50 Fußball-Bezirken. Die Gesamtzahl dieser Bezirke stieg in den kommenden Jahren auf über 1o0. In vielen Bezirken war das erstklassige Geschehen in zudem mehrere Gruppen aufgeteilt. Die Gruppenmeister spielten den Bezirksmeister aus und diese die Kreismeister. Jene wiederum ermittelten, aufgeteilt auf vier Kreisverbände, vier Verbandsmeister, womit endlich auch die vier Finalisten für die Bundes-Endrunde feststanden. 

 

Ebenfalls aus Fürth gegen München-Gern: "Ein vom Fürther Mittelstürmer scharf placierter Schuss durch die Verteidigung, vom Torwart schön gehalten."

 

Die Kosten der Bezirks-, Kreis und Verbandsmeisterschaften sowie der Vorrunden-Spiele zur Bundesmeisterschaft teilten sich 1920 die jeweiligen Bezirke, Kreise und Kreisverbände. Nur beim Endspiel übernahm der ATSB die Ausrichtung und das finanzielle Risiko. Zur Erzielung von Einnahmen fanden spätestens ab Kreisebene alle Spiele auf geschlossenen Plätzen statt. Die auswärtigen Mannschaften hatten Anspruch auf Freiquartiere, die Verpflegung war Sache jedes einzelnen. Die Reisekosten zahlte der Verein.

Die damalige Kohleknappheit, Resultat überzogener Reparationsforderungen der Siegermächte, führte zu unregelmäßigem Zugverkehr. Es galt also Spielwiederholungen zu vermeiden. Denn neben vielem Sinnvollen hatte der ATSB vom DFB auch übernommen, dass ungelegene Resultate anfechtbar waren. Und dies oft mit Aussicht auf Erfolg. Proteste betrafen daher einen deutlich zweistelligen Prozentsatz der Punktspiele im Herrenbereich. Abhilfe gegen Zeitverzug durch die Protestwut sollten neutrale Protest-Kommissionn bringen, die bei jedem Spiel Streitfragen noch vor Ort klären sollten. Notfalls mit sofortigem Nachspielen oder Wiederholungen am nächsten Tag.

Bei den Spielregeln hatte sich der Arbeiterfußball bereits vom Original emanzipiert und ein paar sinnvolle Neuerungen eingebracht, die heute so oder ähnlich auch bei FIFA- und UEFA-Wettbewerben gelten. Es konnten schon Ecken direkt, ohne weitere Berührung verwandelt werden. Und der Torwart genoss nach einigen schweren Unfällen im bürgerlichen Fußball jetzt besonderen Schutz im ATSB

 

Süddeutsche Verbandsmeisterschaft, TSV 1895 Fürth – FT Frankfurt-Bornheim, 7:3 am 9. Mai 1920: "Der Torwächter Bornheims, der bei diesem Spiele besondere Leistungen zeigte, bei der Arbeit."

 

Ein verhinderter Meister?

 

Natürlich lief auf dem weiten Weg vom Saisonstart bis zur Siegerehrung nicht alles glatt. Einige Gruppen- und Bezirksmeister konnten nicht rechtzeitig ermittelt werden. Das Schiedsrichter-Wesen hielt mit der explosionsartigen Ausbreitung des Fußballs nicht Schritt; ein Problem, dass freilich auch den DFB betraf. Proteste und Platzprobleme verzögerten den Saisonabschluss bis in den Juli. Und es kam zu einer etwas größeren Panne, die möglicherweise den Ausgang der Meisterschaft beeinflusst hat.

Im 1. Kreises (Berlin-Brandenburg) gewann die Freie Turnerschaft Wilmersdorf die Meisterschaft und anschließend auch die Ostdeutsche Verbandsmeister. Sie stand also unter den letzten vier ATSB-Mannschaften, als die oberste Protest-Kommission in Leipzig einem Einspruch des TSV Süden 07 Forst aus der Vorrunde um die Kreismeisterschaft stattgab. Wilmersdorf schied ohne eigene Schuld wegen einer fünf Wochen zurückliegenden strittigen Schiedsrichter-Entscheidung aus. Und der drei Runden vorher eliminierte TSV Süden Forst stand plötzlich in der Endrunde! 

Durch diese letztinstanzliche Entscheidung verloren die unbescholtenen Wilmersdorfer ihre beiden Meister-Titel und die Chance auf den Gewinn der ersten Bundesmeisterschaft. Die Verbitterung trieb einige Wilmersdorfer zum (klein)bürgerlichen BFC Vorwärts 90, der mit diesen Verstärkungen ein Jahr später Berliner Meister und DFB-Vizemeister wurde!

Die übrigen drei Verbandsmeister, Dresdner SV von 1910, TSG Waldau bei Kassel und TSV 1895 Fürth, gewannen ihre Endrunden-Tickets regulärAm 20. Juni 1920 zog der TSV Süden Forst mit einem 5:1 über die Turn- und Sportgemeinde Waldau ins Endspiel ein. Zwei Wochen später folgte Fürth durch ein 4:0 gegen den Dresdner SV.

Am jenem Tage feierte der TSV Fürth auf seiner selbstgeschaffenen Sportanlage sein 25. Jubiläum.  Die Stimmung erreichte natürlich ihren Höhepunkt, als abends die Siegesnachricht aus Dresden eintraf. Die Festrede hielt übrigens Hans Vogel 1919/20 SPD-Abgeordneter für die Weimarer Nationalversammlung und anschließend im Reichstag bis zu dessen Auflösung  1933, außerdem ab 1931 Vorsitzender seiner Partei. Dem TSV Fürth hatte Hans Vogel seit frühester Jugend angehört. Einen weiteren "Promi" hatte der TSV mit dem Gewerkschaftsfunktionär Hans Böckler, der sogar zu den Vereinsgründern gehörte.

 

Andere Szene aus dem selben Spiel: "Bornheims Torwächter rettet totsicheres Tor durch Hinauswerfen des Balles."

 

Endspiel an der Demmeringstraße

 

Am 13. Juni kam es in Frankfurt am Main zum ersten DFB-Endspiel seit 1914. Der Franken-Knaller 1. FC Nürnberg – SpielVgg Fürth (2:0) lockte 35.000 Schlachtenbummler an, eine Zahl, die deutlich alle Besucherrekorde aus Vorkriegstagen toppte.

Nur ein Siebtel dieser Menge fand sich vier Sonntage später zum ersten ATSB-Endspiel ein. Der Eintritt betrug 3 Mark. Inflationsbereinigt 30 Pfennige nach Vorkriegswert, also ein sehr volkstümlicher Preis für das Zuschauen bei einem echten Fußballfinale. 

Der ATSB hatte den Platz des DFB-Vereins Spielvereinigung Leipzig an der Demmeringstraße gepachtet, denn geeignete kommunale Stadien oder Anlagen von ATSB-Vereinen gab es noch nicht. Dieser schöne Platz existiert übrigens heute noch und sieht auch noch fast wie damals aus, sei also zur Besichtigung empfohlen. Das prägnante Clubheim aus der Vorkriegszeit musste aber leider 2019 abgerissen werden.

Bundes-Spielwart Richard Koppisch gratulierte in seiner Ansprache beiden Finalisten zu den bereits ereichten Erfolgen und wünschte ein schönes und faires Spiel. Die Fürther und Forster bedankten sich mit einem dreifachen „Frei Heil!“ Schließlich wandte sich Koppisch an das Publikum und forderte es auf, selbst im Arbeitersport aktiv zu sein.

Süden Forst trat trug weiße Hosen und lichtblau-weiß längsgestreiften Jerseys, übrigens das gleiche Design wie der damalige DFB-Rekordmeister VfB Leipzig. Der TSV Fürth spielte in schwarzen Hosen und weißen Trikots mit einem Kleeblatt, also zufällig so wie die bürgerliche Spielvereinigung Fürth.

 

Endspiel-Anzeige aus der "Freien Sport-Woche"

 

Um 5 Uhr nachmittags ertönte der Anpfiff. Die körperlichen Vorteile der Lausitzer, welche die meisten Fürther deutlich überragten, egalisierten diese durch die bessere Technik. Bis zur Pause blieb es torlos. Die Vorentscheidung fiel innerhalb von 10 Minuten, als die Kleeblätter bis zur 60. Minute auf 3:0 davon zogen. Bei einer direkt verwandelten Ecke kam ihnen die erwähnte Regeländerung zupass.

Durch einen Elfmeter und eine Fürther Unachtsamkeiten im Gedränge kam Forst noch auf 2:3 heran, doch die Franken brachten ihren Vorsprung über die Zeit. Ihr Erfolgsrezept beruhte auf dem modernen, flachen Kombinationsspiel. Sicherlich hatten die Fürther Arbeiterfußballer bei der bürgerlichen Spielvereinigung ausreichend "hospitiert", sodass es nach der Niederlage der Spielvereinigung im DFB-Endspiel nun doch noch einen deutschen Fußball-Meister aus Fürth gab.

Aufschlussreich ist noch die Äußerung des Berliner Arbeiterfußball-Funktionäres Otto Saul (Fichte Gesundbrunnen), der als Augenzeuge einschätzte: „Fürth gewinnt gegen jede Berliner Liga-Mannschaft nach Belieben“. "Liga" meinte die oberste Klasse des DFB-Regionalverbandes Verband Brandenburgischer Ballspielvereine.

Ein großes, ein vielleicht zu großes Kompliment. Wegen der besseren ökonomischen Situation von DFB-Scheinamateuren, der ständigen Abwanderung guter Arbeiterfußballer zum DFB sowie nicht zuletzt wegen der faireren Spielweise im ATSB muss der Arbeiterfußball, rein von der Kampfkraft her, natürlich schwächer als der DFB-Fußball eingeschätzt werden. Aber "Sieg um jeden Preis" entsprach auch nicht der Ethik des Arbeitersports.

 

Elfmeter für den TSV Fürth. Der kleinste Spieler der Forster ist ausgerechnet der Torwart.

 

Großer Bahnhof für die Sieger

 

Die Zuschauer zeigten sich jedenfalls zufrieden mit dem Spiel und dessen Ausgang und die ATSB-Führung erleichtert über den erfolgreichen Abschluss der ersten Bundesmeisterschaft. Die siegreichen Fürther erlebten bei ihrer Ankunft per Sonderzug am Fürther Staatsbahnhof Montag abend gegen 7 Uhr einen begeisterten Empfang von tausenden Fußballfans. Anschließend empfing sie sogar der Oberbürgermeister im Rathaus. Höhere Ehren waren deutschen Arbeitersportlern wohl noch nicht widerfahren.

An den Erfolg von 1920 konnten die Schwarz-Weißen leider nicht mehr anknüpfen. Noch im Sommer gingen sieben der elf Meisterspieler zur Spielvereinigung Fürth (Volkert, Birner, Meyer, Nickel, Dollinger, Reck, Osterländer). Allerdings gelang es keinem von ihnen, sich in der I. Mannschaft zu etablieren, Der TSV errang nie wieder eine Bezirksmeisterschaft und stieg später sogar in die 2. Klasse ab. Der Gesamtverein prospertierte weiter. Nach der erzwungenen Auflösung 1933 gründete er sich 1948 neu und ging 2003 in der Spielvereinigung Greuther Fürth auf. 

 

Noch zwei Spiele bis zur ATSB-Bundesmeisterschaft: Die I. Mannschaft des TSV Fürth, posierend als Süddeutscher Verbandsmeister

 

Endspiel-Statistik: TSV 1895 Fürth – TSV Süden 1907 Forst 07 3:2 (0:0) am 11.7.1920, Platz der Spielvereinigung Leipzig (DFB) an der Demmeringstraße in Leipzig-Lindenau, 5000 Zuschauer –TSV 1895 Fürth: C. Volkert – Hamm, Birner – Meyer, Max Trost, Nickel – Knorr, Schmidtill, Dollinger, Reck, Osterländer; TSV Süden 07 Forst: Göldner – Schulz, Heinrich "Heine" Hoppenz – Willi Lehmann, Bruno Milkowitz, Koslau – Herzberg, Paul Gottschalk, Schuster, Schirpig, Paul "Ackra" Walter; Tore: 1:0 Reck („Halbrechter“, 50.), 2:0 Schmidtill („Halblinks“, 58.), 3:0 Dollinger („Mittelstürmer“, 60.), 3:1 Forst (75., Elfmeter), 3:2 Forst (78.); Schiedsrichter: Fritz Gollmann (VfK 1892 Leipzig Südwest)

 

Spielbericht und Findanzeige vom Bundesendspiel in der "Leipziger Volkszeitung" vom 12. Juli 1920

 

***

 

 

1 Zahlen zur Mitgliederentwichlung einiger deutscher Sportverbände:

Dem Arbeiter-Turn- und Sportbund gehörten an:
Am 21.5.1893: 51 Vereine mit 3.556 Mitgliedern über 14 Jahre – 30.6.1894: 125/9.112 – 1895 (ab jetzt immer 31.12.): 150/10.367 – 1896: 223/13.964 – 1897: 285/18.523 – 1898: 361/27.544 – 1899: 453/32.454 – 1900: 512/37.371 – 1901: 566/41.779 – 1902: 641/50.964 – 1903: 737/61.665 – 1904: 828/70.681 – 1905: 949/80.147 – 1906: 1.236/97.765 – 1907: 1.389/120.076 – 1908: 1.420/123.802 – 1909: 1.583/134.104 – 1910: 1.806/153.582 – 1911: 2.025/169.308 – 1912: 2.222/183.383 – 1913: 2.411/186.958 – 1914: 2.411/81.680 – 1915: 2.289/46.843 – 1916: 952/42.386 – 1917: 890/40.211 – 1918: 1.198/106.457 – 1919: 3.081/342.798 – 1920: 4.175/448.370 – 1921: 5.041/489.502 – 1922: 5.957/652.852 – 1923: 6.399/650.166 – 1924: 6.406/544.561 – 1925: 6.415/526.367 (+ 159.208 Kinder) – 1926: 6.615/548.092 (+ 165.106 Kinder) – 1927: 6.817/570.139 + 182.977 Kinder) – 1928: 6.892/565.747 (+ 182.792 Kinder) – 1929: 6.811/553.329 (+ 172.301 Kinder) – 1930: 7.018/542.880 (+ 178.342 Kinder) – 1931: 7.182/515.214 – 1932: 7.079/n. b. – Insgesamt umfasste der in den Unterverbänden der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege zusammengefasste Arbeitersport Anfang 1933 1.316.722 Mitglieder in 17.266 Vereinen.

Mitglieder der ATSB-Fußballsparte:
1.1.1920: 26.053 – 31.12.1920: 58.450 (18 % des ATSB-Gesamtbestandes) mit 5.300 Mannschaften – 1.1.1925: 91.449 (davon 347 weibliche Mitglieder) – 1.1.1926: 89.627 (294) – 1.1.1927: 103.915 (633) – 1.1.1928: 115.593 (474) in 8.453 Mannschaften – 1.1.1929: 123.704 (588) in 8.550 Mannschaften – 1.1.1930: 124.467 (578)

Mitgliederentwicklung bei "Rot Sport":

Mai 1929: 50.000 Mitglieder – Oktober 1930: 1.512 Vereine mit 69.150 Mitgliedern, dazu 673 „sympathisierende Vereine“ mit 63.000 Mitgliedern – November 1930: „über 2.000 Vereine mit mehr als 200.000 Mitgliedern“ – Januar 1931: 1.957/83.800 plus 1.244/84.000 „Sympathisierende“ – März 1931: 1.855/85.000 sowie 1.244/84.000 „Sympathisierende“ – Juni 1931: 2.253/100.790 und 1.345/150.000 „Sympathisierende“ – Dezember 1931: 3003/132.000 plus 1.500 „sympathisierende Vereine“ – „Die Kampfgemeinschaft … hatte im Dezember 1932 150.000 regelmäßig abrechnende Mitglieder.“ – Ende Februar 1933: 268.480 Mitglieder in 3.393 Vereinen (BA Berlin-Lichterfelde, KPD Historisches Archiv Sign. RY 1/I 2/710/2, S. 217) Die Fußballer stellten unter den "Rot Sport"-Aktiven die Mehrheit.

Mitgliederzahlen der Deutschen Turnerschaft:
1876: 157.000 – 1880: 170.000 – 1890: 380.000 – 1900: 640.000 – 1910: 1.080.000 – 1913/14: 1.340.000 – 1918: 840.000 – 1920: 1.250.000 – 1922/23: 1.650.000 – 1930: 1.600.000 

Mitgliederzahlen im Deutschen Fußball-Bund:
28.1.1900: 86 Vereine – 1904: 194/9.317 – 1905: 276/13.644 – 1906: 433/24.462 – 1907: 555/32.779 – 1908: 730/44.261 – 1909: 881/58.770 – 1910: 1.053/82.326 – 1911: 1.361/109.577 – 1912: 1.630/137.633 – 1913: 1.936/161.613 – 1914: 2.233/189.294 – 1917: noch 1.600 Vereine – 1920: 3.087/467.962 – 1921: 4.361/756.703 – 1922: 5.222/812.302 – 1923: 5.472/694.697 – 1924: 5.963/780.528 – 1925: 6.368/823.425 – 1928: 6.500/890.688 – Ende 1931: 1.025.326 Mitglieder

 

Vereinsnadel des TSV 1895 Fürth
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© Christian Wolter

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